Stripes
Buchstaben über der Stadt
mrs_brightside * Die Wahrheit * Musik sollte immer ein schönes Hobby bleiben * Das ganz normale Leben

Von einem Freund, der keiner sein wollte



Du rufst nicht an und nicht zurück. SMS bleiben meist unbeantwortet, du schreibst keine Mails, an mich nicht, an niemanden. Du bist den ganzen Tag im Skype online, um nicht erreichbar zu sein. Wir kennen gegenseitig unsere Handynummern, unsere E-Mail-Adressen, geschäftlich und privat, unsere Postadressen, die Festnetznummern unsrer Eltern, die Nummern der jeweils besten Freunde, wir sind Freunde in Facebook, studivz, Skype und Messenger. Und eigentlich auch im "real life". Dem Leben, nicht der Website.

Trotzdem ist unser Kontakt eine freundschaftliche Kurvendiskussion: Sie geht gegen Null. Du kennst Gott, die Welt und noch drei andere, du bist für alle da und doch für niemanden. Eigentlich hasse ich dich dafür, dein ganzer Freundeskreis, wir alle hassen dich eigentlich dafür.

Aber dann bist du doch wieder da, ganz da, nur für mich da. Du lächelst. Du lächelst für die ganze Welt, du lächelst uns an, du lächelst nur mich an. Du umarmst sie, die ganze Welt, und mich dazu, und in diesem Moment bin ich wieder dein bester Freund, dein Freund, dein Mensch, der einzige Mensch auf der Welt und du alles, was zählt.

All unsere geteilten Erinnerungen werden wieder lebendig: gemeinsam erlebte Episoden unserer Freundschaft, Tagebucheinträge, epische E-Mails, nächtelange Skype-Unterhaltungen, von gestern, von letzter Woche, vom Tag deiner Abreise, vom Tag, an dem wir uns kennenlernten, vom Tag danach. Kleine Zeugnisse vom "Uns", kleine Manifeste, die niemand versteht außer uns, Witze und Spitznamen, die für niemanden etwas bedeuten, die aber aneinandergereiht das Auf und Ab ergeben, aus dem das Leben "Uns" gestrickt hat: Vergangene Abende mit guten, mit besten Freunden, Kinoabende, mit Filmen, die uns verzaubert haben, während wir uns gegenseitig verzauberten, Feste mit zuviel Alkohol und zu engem Tanz, Nächte mit zuwenig Schlaf, unendliche Gespräche über alles und nichts, ohne Ergebnis, aber mit viel Wirkung, über das Leben, die Liebe, über uns und über alles andere Unwichtige, Blicke, die zuviel sagten und doch zuwenig, Berührungen, die schmerzten und heilten zugleich.

Sie alle leben auf, wenn wir uns sehen, sie tanzen zwischen meinen und deinen Augen hin und her, zwischen unseren Händen, wenn sie sich zufällig streifen, sie waren nicht, sie sind gerade, sie kommen noch, sie kommen wieder.
19.10.11 15:57


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Du sagst du liet hier regelmäßig.

Ich denke regelmäßig das:

 

You say I let you down
You know it’s not like that
If you’re so hurt
Why then don’t you show it

7.8.11 02:11


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* Es sind die Gedanken in kurzen Momenten gedacht und verdrängt, um nicht weiter zu denken